Wann gibt es Mietautos die mit Solarzellen betrieben werden?

Mietautos mit Solarzellen dürften noch ein wenig auf sich warten lassen, obgleich es schon straßentaugliche Lösungen für reine Solarautos gibt. Sogar Rennen werden mit den umweltfreundlichen Flitzern gefahren, amerikanische und deutsche Studenten entwickeln inzwischen Fahrzeuge, mit denen eine Straßenzulassung angestrebt wird.

Prinzip des Solarautos
Hybride Lösungen für Solarfahrzeuge gibt es schon – nein, nicht der landläufig bekannte Hybrid aus Verbrennungs- und Elektro- (oder Solar-) Antrieb, sondern ein Hybrid aus Elektrobatterie, die am Stromnetz aufgeladen wird, und zusätzlichen Solarzellen auf dem Autodach. Ein Range Extender sorgt dafür, dass die Sonnenenergie die Batterien auflädt, wenn keine Leistung gebraucht wird. Beispielsweise der E-Mini der AVL List GmbH aus Graz ist so ein Auto, er schafft 268 Kilometer und wird 130 km/h schnell. Ein vibrationsarmer Wankelmotor ist allerdings ebenfalls an Bord.

Solche Lösungen gibt es vielfach im Experimentierstadium, die Hersteller von Elektroautos tüfteln seit einigen Jahren an der zusätzlichen Nutzung der Sonnenenergie mittels Solarzellen. Diese werden wie beim AVL-Mini immer aufgeladen, wenn die Energie nicht direkt zum Fahren genutzt wird. Ein Taxi, das nur mit Solarzellen betrieben wurde, umrundete mit dem Fahrer Louis Palmer zwischen 2007 bis 2008 die Welt, 50.000 Kilometer wurden bewältigt.

Die derzeitige Haupt-Rennveranstaltung heißt World Solar Challenge und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus in Australien durchgeführt. Die Leistungen sind beeindruckend, die Durchschnittsgeschwindigkeit der 3.000-km-Strecke beträgt mehr als 100 km/h. Weltweit gibt es einige solcher Rennen. Den Geschwindigkeitsrekord aus dem Jahr 2006 hält das japanische Sky Ace TIGA mit 165 km/h, die nur mit Solarzellen geschafft wurden.

Aktuelle Entwicklungen
Gegenwärtig geht es weltweit darum, welche Autos, die rein mit Solarzellen betrieben werden, eine Straßenzulassung erhalten. Die interessantesten Entwicklungen kommen aus den Universitäten. Studententen der Purdue University (West Lafayette, US-Bundesstaat Indiana) haben im April 2011 einen Solarflitzer vorgestellt, der mit seinen Solarzellen mehr Strom erzeugt, als er verbrauchen kann. Das Vehikel namens Celeritas braucht ein Benzin-Äquivalent von 3,8 Litern auf 3.543 km, das wären 0,107 Liter auf 100 km, überschüssiger Sonnenstrom wird für die Klimaanlage genutzt.

Unter anderem dieses Fahrzeug soll in den USA für die Straße zugelassen werden. Bochumer Studenten bauen schon das dritte Jahr in Serie am Bo Gran Turismo, inzwischen gibt es fünf unterschiedliche Modelle, mit denen die Studenten auch an Solarrennen teilnehmen. Betreut werden sie von Professor Friedbert Pautzke, einem überzeugten Anhänger alternativer Energien, der auch Hybridlösungen zwischen Verbrennungs- und Elektromotor nur für eine Übergangslösung hält, allerdings einschätzt, dass es für Solarautos in absehbarer Zeit keine Serienproduktion geben wird – auch wenn mit dem Bochumer Solarauto eine Straßenzulassung angestrebt wird. Der Mietwagen mit Solarzellen dürfte daher wohl noch eine Weile auf sich warten lassen.

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